Kinderbrillen

Fassungen und Brillengläser für Kinder

Für den überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern in unserer “Kundschaft” haben wir ein großes Sortiment kindgerechter Brillenfassungen zur Auswahl. Wir verwenden dabei nur Fassungen, die kindgerecht gearbeitet, also entsprechend leicht, trotzdem stabil und flexibel sind.

Vom Kinderfassungspezialisten IVKO, aus dessen Haus unter anderen die Marke Janosch stammt, können wir zum Beispiel für Babys sogar Sonderanfertigungen nach individuellen Maßen herstellen lassen.
Für die Auswahl einer gut sitzenden Kinderbrille sind die anatomischen Verhältnisse der Nase und der Augenumgebung entscheidend.

Je nach Alter und Ausprägung des Nasenrückens können unterschiedliche Konstruktionen mit sogenannten Blockstegen, Schlaufenstegen oder einzelnen Seitenstegen in verschiedenen Größen und Formen zum Einsatz kommen. Auch bei der Glasform ist darauf zu achten, daß Größe und Scheibenform den kindlichen Verhältnissen gerecht werden.

Für ganz kleine Kinder sind Fassungen mit flexiblen Bügelenden, die sich um das Ohr herumschmiegen, sinnvoll. Ab dem Kindergartenalter können auch unsere speziellen auf- und absteckbaren Sportbügelenden verwendet werden. Die Erfahrung und entsprechendes Fachwissen sind bei der Auswahl der geeigneten Kinderbrillenfassung entscheidend, damit die Brille optimal funktioniert und komfortabel sitzt.

Damit sich nun die Kleinsten bei uns entsprechend zu Hause fühlen, haben wir einen speziellen Kinderbrillenanpaßplatz (mit Prinzessinen- und Prinzenspiegel) und sogar einem entsprechenden „Thron“ - zum „Platzieren“ der kleinen Herrschaften geschaffen.

Verbogene Kinderbrillen sind kein Beinbruch. Auch die robustesten Kinderbrillen können außer Form geraten und müssen von Zeit zu Zeit gerichtet und wieder optimal angepaßt werden. Unser umfassender Service in diesem Bereich ist natürlich (nicht nur) für unsere „Kinderkunden“ kostenlos. Nehmen Sie dies unbedingt in Anspruch, denn nur korrekt passende Kinderbrillen gewährleisten gutes Sehen. Bei Kleinkindern ist die scharfe Abbildung der Umwelt in beiden Augen entscheidend für die Sehentwicklung im Gehirn.

Kinder wachsen! Wenn wir den Brillensitz prüfen, sehen wir auch, ob die Fassungsgröße noch ausreicht oder eventuell eine Größere angezeigt ist. Also kommen Sie am Besten regelmäßig mit Ihren Kindern zu uns. Rufen Sie uns einfach an: Sie sind bei uns stets willkommen!

Brillengläser für Kinder müssen - wie bei Erwachsenen - , individuell zentriert werden. Dazu machen wir vor der Bestellung der
Rohgläser mit der bereits angepaßten Fassung unserem video-elektronischen Messgerät Video-Infral von Carl Zeiss entsprechende Aufnahmen von unseren „Jüngsten“. Diese Bilder werden dann für die Anfertigung bei Zeiss und die Einarbeitung der Gläser in unserer Werkstatt elektronisch ausgewertet.

(Zentriermessungen „mit Lineal und Bleistift“ sind bei uns schon seit 1992 passé!)

Für Kinder sind in der Regel Kunststoffgläser nötig, wobei auch hier Entspiegelungen und/oder Härtungen gegen Kratzer angebracht sind. Aufgrund der oben beschriebenen Messungen ist es oft sinnvoll, Gläser nach Maß fertigen zu lassen - damit die Glasdicke und das Gewicht optimiert werden können, und unsere kleinen Mitmenschen - ebenfalls wie „Mama und Papa“ - leichte und gutaussehende Brillen bekommen!

Augenglasbestimmung bei Kindern

Für alle Kinder bis zum sechsten Lebensjahr ist die augenärztliche Kontrolle der Sehfähigkeit sinnvoll. Diese sollte jeweils im ersten und dritten Lebensjahr routinemässig durchgeführt werden, um Fehlentwicklungen des Sehens während dieser wichtigen Prägungsphase zu erkennen. Bei solchen Untersuchungen kann - ohne subjektive Angaben der Babies oder Kindergartenkinder - eine eventuelle Fehlsichtigkeit sicher festgestellt werden.

Ab dem Schulalter gelingt es dann auch unter Mithilfe der Kinder, also mit deren eigenen Angaben, Fehlsichtigkeiten zu messen. Dies führt - in Verbindung mit den objektiv (also mit optischen Messgeräten ohne Mithilfe des Kindes) ermittelten Werten - zu genaueren Korrektionsdaten.

Auch die Zusammenarbeit der Augen und die Qualität des räumlichen Sehvermögens lässt sich jetzt gut feststellen. Bei Abweichungen (und dadurch entstehenden Sehbeschwerden oder –störungen) können meist - mittels einer entsprechenden Brillenkorrektion - wieder optimale Bedingungen für die Wahrnehmung geschaffen werden.

Probleme im Sehen können sich zeigen, wenn gesunde Augen nicht optimal zusammenarbeiten. Abweichungen in der Zusammenarbeit werden optometrisch
Winkelfehlsichtigkeit genannt.

Für solche Messungen bei Schulkindern haben wir einen speziellen, kindgerecht eingerichteten Augenglasbestimmungsraum - zusätzlich zu unseren anderen beiden Messplätzen für Kontaktlinsen, Vergrößernde Sehhilfen und Brillenkorrektionen -eingerichtet.

Selbstverständlich ist für solche Messungen das erforderliche Fachwissen und entsprechende langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet Voraussetzung.

Wenn Sehbeschwerden oder Sehstörungen vorliegen, muß immer zunächst augenärztlich abgeklärt werden, ob die Augen „gesund“ sind. So ist zum Beispiel eine Messung der Weitsichtigkeit bei Kindern praktisch nur mit medikamentös erweiterter Pupille sinnvoll und so meist Teil dieser augenärztlichen Untersuchung.

Als nächster Schritt kann dann die Zusammenarbeit beider Augen geprüft und die Messung einer eventuell bestehenden und auch störendenden Winkelfehlsichtigkeit vorgenommen werden.


Was bedeutet eigentlich Winkelfehlsichtigkeit?

Wenn zum Beispiel die Bewegungsmuskeln an beiden Augen kleinere Längenunterschiede aufweisen, dann würden die Augen lieber in entsprechend unterschiedliche Richtungen stehen wollen, also sie würden scheinbar „schielen“ wollen. Bei Winkelfehlsichtigkeit wird solch eine unterschiedliche Augenmuskellänge jedoch durch Gegensteuerung ausgeglichen bzw. kompensiert - und ist daher so nicht sichtbar. Die Augen werden gerade gestellt, um Doppelbilder zu vermeiden.

Mit richtigem Schielen darf Winkelfehlsichtigkeit nicht verwechselt werden, weil bei ihr kein sichtbares „Schielen“ besteht. Dies kann allenfalls kurzfristig (bei höhergradiger Winkelfehlsichtigkeit und starker Ermüdung) vorkommen, wenn es dem Augenpaar für einen kurzen Moment nicht mehr gelingt, selbst auszugleichen, also die Augen so auszurichten, daß beide exakt auf die gleiche Stelle blicken.

Die Richtung in die die Augen abweichen wollen, daran aber durch den Selbstausgleich gehindert werden, ist bei Winkelfehlsichtigkeit entweder nach außen (schläfenwärts) oder nach innen (nasenwärts). Sehr häufig besteht außerdem (oder auch alleine) eine Abweichung in der Höhe (beide Augen wollen unterschiedlich hoch stehen).

Korrigiert wird Winkelfehlsichtigkeit mit Brillen, deren Gläser zusätzlich zu eventuell normalen optischen Werten, eine prismatische Wirkung haben. Damit wird es den Augen ermöglicht, sich zueinander in den Winkel zu stellen, der anstrengungsfrei aufgrund ihrer Bewegungsmuskeln vorgegeben ist. Die prismatischen Gläser übernehmen also die Aufgabe des sonst notwendigen Selbstausgleiches. So ist es durch Brillengläser mit prismatischer Wirkung dem Augenpaar möglich, in einer anstrengungsärmeren Stellung zusammen zu arbeiten und damit wird dann die bestmögliche Voraussetzung zu störungsfreiem und bestmöglichen beidäugigen Sehen (auch in höchster Qualität des räumlichen Sehens) geschaffen.

Die als Winkelfehlsichtigkeit bezeichnete, kompensierte Abweichung kommt fast bei jedem Menschen vor und ist ein natürliches Ungleichgewicht beider Augen. Der Selbstausgleich wird bei etwa 75% der Betroffenen ohne merkbare Beeinträchtigungen geleistet. Deshalb ist es auch, genau wie bei den „normalen“ Fehlsichtigkeiten, nicht richtig, Winkelfehlsichtigkeit als krankhaften Zustand zu bezeichnen. Beispielsweise ließe sich kein Mensch als „krank“ bezeichnen, nur weil er beim Gehen die Füße mehr einwärts oder auswärts richtet. Probleme können sich allerdings dann ergeben, wenn er zum Beispiel in eine parallele Fußstellung, wie bei einer Skibindung „gezwungen“ wird.


Der Selbstausgleich von Winkelfehlsichtigkeit und seine möglichen Auswirkungen

Ob Winkelfehlsichtigkeit zu anstrengendem Sehen (Anstrengungsbeschwerden) und Sehstörungen führt oder nicht, hängt zum einen von der Art der zu leistenden Sehaufgaben, und zum anderen von der individuell unterschiedlichen Möglichkeit zum Selbstausgleich ab. Bei Winkelfehlsichtigkeit wird der Selbstausgleich schwieriger werden, wenn der Körper müde ist. Es werden Sehaufgaben, bei denen sehr viele kleine und gezielte Blickbewegungen nötig sind (wie beim Lesen) anstrengender oder so erschwert, daß sie gar nicht mehr bewältigt werden können. Umher Schauen beim Spielen im Freien funktioniert dagegen mit weniger Anstrengung, weil die Augen dabei keine statischen Sehaufgaben haben.

Der Selbstausgleich einer Winkelfehlsichtigkeit erfolgt zumeist über zwei Mechanismen. Zum einen wird Winkelfehlsichtigkeit durch Gegensteuern über die Augenbewegungsmuskeln kompensiert. Dieser Ausgleich benötigt ständig zusätzliche Energie. Die Menge der sogenannten nervösen Energie, die die Augenmuskeln im Verhältnis zu andern Muskeln verbrauchen, kann sehr hoch sein, da diese Muskelfasern sehr fein (fast einzeln) mit Nervenfasern verknüpft sind. Deshalb können bei Winkelfehlsichtigkeit Anstrengungsbeschwerden entstehen, wie Ermüdungserscheinungen, Konzentrationsprobleme, gerötete, brennende oder tränende Augen - besonders in Verbindung mit schwierigen Sehaufgaben.

Zum anderen erfolgt der Selbstausgleich auch durch sensorische Umschaltungen, die es dem Augenpaar ermöglichen, etwas in Richtung der anstrengungsärmeren Augenstellung abzuweichen und damit Energie einzusparen. Allerdings geschieht dies auf Kosten der Sehschärfe und des räumlichen Sehens. Es verursacht auch erhebliche Störungen bei kleinen und exakten Blickbewegungen (Lesen, Schreiben). Die sensorische Umschaltung führt nämlich - zumindest in einem Auge - zu ungenauer (nicht zentraler) Fixation.

Weitere Möglichkeiten zur Kompensation von Winkelfehlsichtigkeit sind Kopfschiefhaltung (besonders bei Höhenabweichungen) und letztlich durch Zukneifen eines Auges (zum Beispiel bei zu geringer Selbstausgleichsmöglichkeit) um Doppelbildwahrnehmung zu vermeiden.

Bei Kindern kann besonders die Bildverschiebung bei Winkelfehlsichtigkeit innerhalb der Augen deutliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik haben. So wird zum Beispiel das Einschätzen von Entfernungen und Abständen schwieriger. Häufiges Stolpern, Hängen bleiben oder Hinfallen können die Folge sein. Außerdem gibt es Auffälligkeiten bei Bewegungsaufgaben nach vorne und unten, wie zum Beispiel Treppen hinunter gehen. Wenn das räumliche Sehen gestört ist, wird der Abstand zur nächsten Stufe nach unten dann eher mit dem Fuß ertastet, als mit den Augen abgeschätzt. Kinder, die Angst haben, eine Treppe hinab zu gehen oder diese nur stolpernd bewältigen, sind hochgradig „verdächtig“, eine solche Störung des beidäugigen Sehens zu haben.

Bei störender Winkelfehlsichtigkeit wird Fahrradfahren oft sehr spät und mit viel Angst erlernt. Balltreffen ist eher Zufall und beim Ballfangen wird oft daneben gegriffen. Dieses Danebengreifen kann dazu führen, dass der Ball das Gesicht trifft und beim nächsten Mal werden entsprechend ängstliche Reaktionen hinzukommen.

Um einmal zu verdeutlichen, wie sehr beidäugiges Sehen unser Gleichgewichtssystem beeinflusst: Verschränken Sie einmal die Arme, stellen Sie sich auf ein Bein und legen den Fuß des anderen Beins in die Kniekehle (Humoristische Anmerkung: Freilich des „Stehenden Beines – sonst fliegt man um!).

Man kann eine ganze Weile so stehen, ohne Gleichgewichtsprobleme zu bekommen. Schließt man nun ein Auge während dieser Übung, ist es schnell zu Ende mit dem ruhigen Stehen bleiben. Probieren Sie es ruhig einmal aus. (Aber vorsichtig!)

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